Ein Standardbad ist in zwei bis drei Wochen fertig, wenn die Planung sauber ist und alles Material vor Baubeginn bereitliegt. Fehlt die Abstimmung, warten Fliesenleger auf Installateure – und aus drei Wochen werden sechs. Entscheidend ist deshalb, mehrere Gewerke in der richtigen Reihenfolge zu takten.
Der Ablauf im Überblick
Jede Badsanierung folgt denselben fünf Phasen. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar, denn jedes Gewerk baut auf dem vorherigen auf: Ohne fertige Rohinstallation keine Abdichtung, ohne Abdichtung keine Fliesen, ohne Fliesen keine Endmontage. Die Tabelle zeigt die Phasen mit den Zeitspannen, die wir in der Praxis einplanen.
Die Summe der Phasen ergibt die zwei bis drei Wochen, die ein Standardbad dauert. Größere Umbauten, etwa wenn Wände versetzt oder Leitungen komplett neu gezogen werden, brauchen entsprechend länger. In den folgenden Abschnitten gehen wir die Phasen einzeln durch.
| Phase | Arbeiten | Dauer |
|---|---|---|
| 1 – Aufmaß und Planung | Bestand aufnehmen, Grundriss klären, Material auswählen | 1–2 Wochen Vorlauf |
| 2 – Rückbau | Sanitärobjekte demontieren, Fliesen abschlagen, Entsorgung | 1–2 Tage |
| 3 – Rohinstallation | Wasser, Abwasser, Elektro, Vorwand, Lüftung | 2–4 Tage |
| 4 – Abdichtung, Fliesen, Maler | inklusive Trocknungszeiten | 5–8 Tage |
| 5 – Endmontage | Armaturen, Sanitärobjekte, Duschabtrennung, Abnahme | 1–2 Tage |
Phase 1: Aufmaß, Planung und frühe Entscheidungen
Bevor der erste Hammer fällt, nehmen wir das bestehende Bad auf, klären den Grundriss und wählen mit Ihnen das Material aus. Für diese Phase planen wir ein bis zwei Wochen Vorlauf ein. Hier fallen die Entscheidungen, die später kaum noch zu ändern sind:
Bodengleiche Dusche oder Wanne – das beeinflusst den Bodenaufbau und die Lage des Abflusses. Ein wandhängendes WC mit Vorwandelement statt eines Standmodells erleichtert die Reinigung und schafft Ablageflächen. Beim Fliesenformat gilt: Große Formate wirken ruhiger, brauchen aber ebene Untergründe. Auch die Elektroplanung gehört in diese Phase: Steckdosen am Waschtisch, Spiegellicht, Handtuchheizkörper und eventuell eine Fußbodenheizung. Steht ohnehin eine Erneuerung der Elektrik im Haus an, lässt sich das gut mit anderen Vorhaben verbinden – mehr dazu im Beitrag Wallbox, PV und Speicher. Und schließlich die Lüftung: Ein Lüfter mit Feuchtesensor ist die beste Versicherung gegen Schimmel.
Phase 2 und 3: Rückbau und Rohinstallation
Der Rückbau dauert in der Regel ein bis zwei Tage. Wir demontieren die alten Sanitärobjekte, schlagen Fliesen ab und kümmern uns um die Entsorgung. Wie aufwendig das ist, hängt stark von Etage und Zugang ab, etwa ob ein Aufzug vorhanden ist oder der Schutt durch ein enges Treppenhaus getragen werden muss.
Danach folgt die Rohinstallation mit zwei bis vier Tagen. Wasser- und Abwasserleitungen werden neu verlegt oder angepasst, Elektroleitungen gezogen, Vorwandelemente gesetzt und die Lüftung vorbereitet. Diese Phase ist von außen kaum sichtbar, entscheidet aber über die Lebensdauer des Bads. Wenn alte Leitungen ohnehin offen liegen, empfehlen wir meist, sie zu erneuern, statt sie in der neuen Wand zu verschließen. Später ist ein Austausch nur mit erneutem Aufbruch der Fliesen möglich.
Phase 4 und 5: Abdichtung, Fliesen und Endmontage
Die längste Phase sind Abdichtung, Fliesen und Malerarbeiten mit fünf bis acht Tagen. Der Grund sind die Trocknungszeiten: Abdichtung, Kleber und Fugen müssen jeweils durchtrocknen, bevor der nächste Schritt folgt. Wer hier abkürzt, riskiert Feuchtigkeitsschäden, die erst nach Jahren sichtbar werden.
Zum Schluss kommt die Endmontage mit ein bis zwei Tagen. Armaturen, Waschtisch, WC, Duschabtrennung und Accessoires werden montiert, alles wird auf Dichtheit und Funktion geprüft. Bei der gemeinsamen Abnahme gehen wir das Bad mit Ihnen durch und erklären Bedienung und Pflege. Gibt es kleine Nacharbeiten, halten wir sie fest und erledigen sie zeitnah. Wer gleichzeitig über eine neue Heizung oder eine Wärmepumpe nachdenkt, findet Hinweise zur finanziellen Unterstützung in unserem Beitrag Förderung für Wärmepumpen.
Wo die Kosten entstehen
Was ein Bad kostet, hängt von Größe, Ausstattung und Zustand des Bestands ab. Einen pauschalen Quadratmeterpreis nennen wir deshalb nicht. Hilfreich ist aber ein Blick darauf, wie sich das Budget typischerweise verteilt. Den größten Spielraum beim Sparen bieten die Sanitärobjekte und Armaturen; bei Rohinstallation und Abdichtung sollte man dagegen nicht sparen.
| Position | Anteil am Budget | Hinweis |
|---|---|---|
| Rückbau & Entsorgung | 5 – 10 % | abhängig von Etage und Zugang |
| Rohinstallation | 20 – 30 % | Leitungen neu = mehr Aufwand |
| Fliesen & Abdichtung | 20 – 30 % | Format und Verlegemuster treiben Preis |
| Sanitärobjekte & Armaturen | 20 – 30 % | größter Spielraum beim Sparen |
| Elektro & Lüftung | 5 – 15 % | Feuchteraum-Lüfter lohnt fast immer |
Wie wir die Bauzeit kurz halten
Die meisten Verzögerungen entstehen nicht auf der Baustelle, sondern durch fehlendes Material und schlecht abgestimmte Gewerke. Deshalb bestellen wir alle Materialien vor Baubeginn und lagern sie ein. Erst wenn alles vollständig ist, startet der Rückbau. So steht kein Handwerker vor einer leeren Wand, weil eine Armatur noch nicht geliefert wurde.
Ein Ansprechpartner koordiniert Installateur, Fliesenleger und Elektriker, sodass jedes Gewerk lückenlos anschließt. Sie müssen keine Termine zwischen verschiedenen Firmen abstimmen. Bei Bädern, die als einziges WC im Haushalt dienen, planen wir eine Zwischenlösung ein, zum Beispiel ein provisorisch angeschlossenes WC während der Fliesenarbeiten. So bleibt die Wohnung während der Sanierung bewohnbar.
Häufige Fragen
Wie lange habe ich kein Bad, wenn Sie sanieren?
Ein Standardbad ist in zwei bis drei Wochen fertig. Ist es Ihr einziges WC, planen wir eine Zwischenlösung ein, zum Beispiel ein provisorisch angeschlossenes WC.
Was kostet bei Ihnen eine Badsanierung?
Das hängt von Größe, Ausstattung und Zustand ab, deshalb nennen wir den Preis erst nach dem Aufmaß. Den größten Spielraum beim Budget bieten Sanitärobjekte und Armaturen.
Muss ich mich selbst um Fliesenleger und Elektriker kümmern?
Nein. Ein Ansprechpartner koordiniert alle Gewerke, sodass jedes lückenlos an das vorherige anschließt.
Warum dauern die Fliesenarbeiten so lange?
Abdichtung, Kleber und Fugen müssen jeweils durchtrocknen. Inklusive Trocknungszeiten planen wir dafür fünf bis acht Tage ein.
Lohnt sich ein Lüfter im Bad?
Fast immer. Ein Lüfter mit Feuchtesensor ist die beste Versicherung gegen Schimmel.
Wann muss ich mich für Dusche oder Wanne entscheiden?
Schon in der Planungsphase, weil die Entscheidung den Bodenaufbau und die Lage des Abflusses beeinflusst.
Wie wir Bäder planen und sanieren, lesen Sie auf unserer Leistungsseite. Für Fragen zu Ihrem Bad erreichen Sie uns über die Kontaktseite.




