Klimaanlage im Altbau nachrüsten – was wirklich möglich ist
RatgeberKälte & Klima

Klimaanlage im Altbau nachrüsten – was wirklich möglich ist

6 Min. Lesezeit

Altbauten in Stuttgart heizen sich im Sommer stark auf – vor allem Dachgeschosswohnungen. Eine Klimaanlage ist fast immer nachrüstbar, die Planung braucht aber mehr Sorgfalt als im Neubau. Die drei kritischen Punkte sind Leitungsführung, Kondensatableitung und die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.

Welche Systeme im Bestand funktionieren

  • Single-Split: ein Innengerät je Raum, ideal für Schlafzimmer und Homeoffice.
  • Multi-Split: bis zu fünf Innengeräte an einem Außengerät – nur eine Kernbohrung nach außen.
  • Truhengeräte: sinnvoll, wenn keine Wandfläche frei ist oder Stuck erhalten bleiben soll.
  • Kanalgeräte in abgehängten Decken: unsichtbar, aber nur bei Umbau realistisch.
  • Monoblock-Geräte ohne Außeneinheit: Notlösung bei striktem Fassadenverbot.

Die Leitungsführung ist der Knackpunkt

Zwischen Innen- und Außengerät laufen zwei Kältemittelleitungen, ein Kabel und der Kondensatschlauch. Im Altbau führen wir sie meist in einem flachen Kanal an der Wand, in Schächten, hinter Vorwänden oder außen entlang der Fassade. Eine saubere Planung entscheidet darüber, ob die Anlage später sichtbar ist oder nicht.

Wände mit 40 bis 60 cm Stärke sind kein Problem – für die Kernbohrung setzen wir staubarme Geräte ein und verschließen die Durchführung fachgerecht.

Kondensat richtig ableiten

Im Kühlbetrieb entsteht Kondenswasser. Wo kein Gefälle zu einem Abfluss möglich ist, setzen wir eine kleine Kondensatpumpe ein. Sie ist nahezu lautlos und lässt sich hinter dem Innengerät verstecken. Wird dieser Punkt bei der Planung übersehen, drohen Feuchtigkeitsschäden – deshalb legen wir ihn immer schriftlich fest.

Zustimmung, Schallschutz und Nachbarn

In der Eigentümergemeinschaft gilt die Fassade als Gemeinschaftseigentum – für ein Außengerät brauchen Sie in der Regel einen Beschluss. Hilfreich ist ein Montageplan mit Schallwerten, den wir Ihnen für die Eigentümerversammlung bereitstellen.

Für die Nachbarschaft zählen die Immissionsrichtwerte in der Nacht. Moderne Geräte laufen im Nachtmodus sehr leise; mit passender Positionierung, Schwingungsdämpfern und einem Sichtschutz bleibt der Betrieb unauffällig.

Zeit und Kosten

Eine Single-Split-Anlage montieren wir im Altbau meist an einem Tag, Multi-Split-Systeme in zwei bis drei Tagen. Die Kosten liegen abhängig von Gerätewahl, Leitungslänge und Zugänglichkeit typischerweise zwischen 2.500 und 8.000 Euro. Ein Vor-Ort-Termin ist die einzige verlässliche Grundlage für ein belastbares Angebot.