Förderung für die Wärmepumpe: So gehen Sie Schritt für Schritt vor
RatgeberHeizung

Förderung für die Wärmepumpe: So gehen Sie Schritt für Schritt vor

5 Min. Lesezeit

Der Austausch einer alten Heizung gegen eine Wärmepumpe wird in Deutschland gefördert. Die Förderlandschaft ändert sich regelmäßig – die Grundlogik bleibt aber gleich: Es gibt einen Grundzuschuss und mehrere Boni, die sich addieren. Entscheidend ist, dass Antrag und Auftrag in der richtigen Reihenfolge stehen.

Wie sich der Zuschuss zusammensetzt

Die Heizungsförderung besteht aus einer Grundförderung für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung sowie zusätzlichen Boni – etwa für den schnellen Austausch einer alten fossilen Heizung, für Haushalte mit begrenztem Einkommen oder für besonders effiziente Wärmequellen. Die Boni werden auf die förderfähigen Kosten gerechnet, die pro Wohneinheit gedeckelt sind.

Wichtig: Die konkreten Sätze und Höchstgrenzen werden politisch angepasst. Wir prüfen den aktuellen Stand immer individuell für Ihr Projekt, bevor Sie sich festlegen.

Der Ablauf in sechs Schritten

  • 1. Beratungstermin vor Ort: Heizlast, Aufstellort und Zustand der Anlage aufnehmen.
  • 2. Angebot mit Fördervorbehalt: Wir kalkulieren die Anlage inklusive aller Nebenarbeiten.
  • 3. Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung abschließen.
  • 4. Antrag stellen – erst danach beginnt die verbindliche Umsetzung.
  • 5. Einbau und Inbetriebnahme durch unser Team, inklusive hydraulischem Abgleich.
  • 6. Nachweise einreichen und Auszahlung erhalten.

Die häufigsten Fehler

  • Auftrag ohne aufschiebende Bedingung erteilt – der Zuschuss ist dann in der Regel verloren.
  • Der hydraulische Abgleich wird vergessen, obwohl er Voraussetzung ist.
  • Angebote ohne Details zu Gerät, Schallschutz und Nebenarbeiten – Nachweise fehlen später.
  • Zu große Anlage geplant: höhere Kosten, schlechtere Effizienz, häufigeres Takten.
  • Fristen für Nachweise nach Fertigstellung verstreichen lassen.

Was die Effizienz im Alltag entscheidet

Ein Zuschuss ist nur die halbe Miete – entscheidend sind die laufenden Kosten. Sie hängen fast vollständig an der Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger verbessert die Jahresarbeitszahl spürbar. Deshalb prüfen wir vor jedem Einbau, ob einzelne Heizkörper vergrößert oder Räume nachgedämmt werden sollten.

Auch der Aufstellort zählt: freie Luftführung, kurze Leitungswege und ein schallentkoppeltes Fundament sorgen für ruhigen Betrieb und zufriedene Nachbarn.

Die Förderbausteine im Überblick

Der Zuschuss setzt sich aus einer Grundförderung und mehreren Boni zusammen. Jeder Baustein hat eigene Voraussetzungen, die vor dem Antrag geprüft werden müssen – etwa Alter und Art der bisherigen Heizung oder das Haushaltseinkommen.

Die folgenden Sätze gelten für die BEG-Heizungsförderung für Privatpersonen im Wohngebäude nach der Neufassung vom 21.07.2026 (KfW-Zuschuss 458). Die Sätze werden politisch angepasst: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt erstmals am 01.02.2027 und danach halbjährlich um 4 Prozentpunkte, der Förderhöchstbetrag ab dem 01.02.2027 halbjährlich um 750 Euro. Wir prüfen den gültigen Stand für jedes Projekt zum Zeitpunkt der Antragstellung.

BausteinVoraussetzungFördersatz
GrundförderungEinbau einer förderfähigen Wärmepumpe30 %
KlimageschwindigkeitsbonusAustausch einer alten fossilen Heizung, selbstgenutzt16 %
Einkommensbonusselbstgenutzt, Haushaltseinkommen bis 30.000 € / 40.000 € / 50.000 €40 % / 30 % / 10 %
FamilienzuschlagKinder im Haushalt – erhöht die Einkommensgrenzen+10.000 € Bemessungsgrenze
Maximaler GesamtsatzSumme aller anwendbaren Bausteinebis 80 %
Förderhöchstbetragerste Wohneinheit (2.–6. WE je 15.000 €)28.000 €

Typische Kosten eines Heizungstauschs

Für die Planung ist wichtig, welcher Betrag überhaupt gefördert wird – und welche Positionen Sie selbst tragen. Die folgenden Spannen beschreiben ein Einfamilienhaus mittlerer Größe im Raum Stuttgart, inklusive Demontage der Altanlage, Fundament, Hydraulik und Inbetriebnahme.

Erst wenn diese Positionen vollständig kalkuliert sind, lässt sich der Eigenanteil sauber ausrechnen. Angebote, die nur das Gerät ausweisen, führen später zu Nachträgen – und zu Lücken bei den Nachweisen.

PositionPreisrahmenHinweis
Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Montage18.000 – 26.000 €abhängig von Heizlast und Gerät
Demontage und Entsorgung der Altanlage800 – 2.500 €Öltank erhöht den Aufwand
Fundament, Schallentkopplung, Leitungen1.200 – 3.000 €Aufstellort entscheidet
Hydraulischer Abgleich600 – 1.200 €Voraussetzung für die Förderung
Heizkörpertausch (falls nötig)400 – 900 € je Heizkörpersenkt die Vorlauftemperatur
Pufferspeicher / Warmwasserspeicher1.500 – 3.500 €Größe nach Haushalt
Wartung pro Jahrab 350 €erhält Gewährleistung

Was die Effizienz im Alltag entscheidet

Ein Zuschuss ist nur die halbe Miete – entscheidend sind die laufenden Kosten. Sie hängen fast vollständig an der Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger verbessert die Jahresarbeitszahl spürbar. Deshalb prüfen wir vor jedem Einbau, ob einzelne Heizkörper vergrößert oder Räume nachgedämmt werden sollten.

Auch der Aufstellort zählt: freie Luftführung, kurze Leitungswege und ein schallentkoppeltes Fundament sorgen für ruhigen Betrieb und zufriedene Nachbarn.

In sanierten Bestandsgebäuden mit Heizkörpern erreichen unsere Anlagen typischerweise Jahresarbeitszahlen von 3,0 bis 3,8, mit Fußbodenheizung 3,8 bis 4,5. Gegenüber einer 20 Jahre alten Gas- oder Ölheizung liegen die Heizkosten damit meist etwa 20 bis 35 Prozent niedriger – bei eigener PV-Anlage entsprechend mehr. Gerechnet mit rund 0,32 €/kWh Strom und 0,11 €/kWh Gas (Stand 2026).

Welche Unterlagen Sie bereithalten sollten

  • Angaben zur bestehenden Heizung: Art, Baujahr, Leistung
  • Letzte Verbrauchsabrechnungen für Öl, Gas oder Fernwärme
  • Grundrisse oder Angaben zur Wohnfläche und zum Dämmstandard
  • Nachweis der Selbstnutzung, wenn ein Bonus daran hängt
  • Einkommensnachweise, falls der Einkommensbonus beantragt wird
  • Unser Angebot mit aufschiebender Bedingung als Grundlage des Antrags

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe?

Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Dazu kommen der Klimageschwindigkeitsbonus mit 16 Prozent beim Austausch einer alten fossilen Heizung im selbstgenutzten Haus und der Einkommensbonus mit 40, 30 oder 10 Prozent je nach Haushaltseinkommen. In der Summe sind bis zu 80 Prozent möglich, der Zuschuss ist für die erste Wohneinheit auf 28.000 Euro begrenzt (Stand: BEG-Neufassung vom 21.07.2026). Wir prüfen den jeweils gültigen Stand, bevor Sie sich festlegen.

Kann ich die Förderung noch beantragen, wenn ich den Auftrag schon erteilt habe?

In der Regel nicht. Der Antrag muss vor der verbindlichen Beauftragung gestellt werden. Deshalb arbeiten wir mit einer aufschiebenden Bedingung: Der Vertrag wird erst wirksam, wenn die Förderzusage vorliegt.

Wie lange dauert es von der Beratung bis zur Auszahlung?

Beratung, Angebot und Antrag lassen sich meist in zwei bis vier Wochen erledigen. Die Förderzusage liegt in der Regel nach wenigen Wochen vor, danach folgen Einbau und Nachweisführung. Von der ersten Beratung bis zur Auszahlung sollten Sie insgesamt etwa vier bis sechs Monate einplanen, abhängig von Lieferzeiten und der Bearbeitung bei der KfW.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch mit vorhandenen Heizkörpern?

Ja, wenn die Heizkörper groß genug sind, um die Räume mit niedriger Vorlauftemperatur zu erwärmen. Wir rechnen das raumweise durch und tauschen nur die Heizkörper, die tatsächlich zu klein sind – das ist meist günstiger als der komplette Umbau auf Fußbodenheizung.

Wird eine Klimaanlage als Heizung ebenfalls gefördert?

In der Regel nicht. Luft-Luft-Systeme, also Split-Klimaanlagen, sind nur in Sonderfällen förderfähig – etwa wenn das Gebäude über kein wasserführendes Heizsystem verfügt und die Anlage die vollständige Wärmeversorgung übernimmt. Wer Kühlung und Zuheizen möchte, sollte die Klimaanlage deshalb ohne Förderung kalkulieren. Wir prüfen Ihren Fall vor dem Angebot.

Übernehmen Sie den Antrag für mich?

Wir liefern alle technischen Angaben, das förderfähige Angebot und die Nachweise nach der Fertigstellung. Den Antrag selbst stellen Sie oder ein von Ihnen beauftragter Energieberater – wir stimmen den Ablauf mit Ihnen ab, damit die Reihenfolge stimmt.

Wie wir Wärmepumpen planen, einbauen und warten, lesen Sie auf unserer Leistungsseite. Für eine Einschätzung Ihres Objekts inklusive Förderprüfung schicken Sie uns Ihre Anfrage.